Mai 2018 Gimpeltauben in den Naturhistorischen Museen Wir wussten gar nicht, wie viele Schätze auch von Rassetauben in den Naturhistorischen Museen vorhanden sind. Es sind überwiegend wissenschaftliche Studiensammlungen und lagern in den Magazinen der Museen. Sie werden selten der Öffentlichkeit gezeigt. Als wir, Klaus Gebhard und ich, anfingen das Buch "Alles über die Gimpeltauben" zu schreiben, dachten wir auch über Taubenpräparate nach, die vielleicht in den Museen zu finden sind. Da die Präparate uns vielleicht helfen würden, die Farben der Gimpeltaube aus jener Zeit besser zu beurteilen. Irgendwann hatte ich gelesen, dass der 1. Präsident der "Deutschen Geflügelzüchter Clubs" (BDG), der Kommerzienrat Hugo du Roi aus Braunschweig eine reichhaltige Sammlung ausgestopfter Hühner und Tauben verschiedener Rassen besaß und ins "Staatliche Naturhistorische Museum Braunschweig" gegeben hat. Darum hofften wir, von ihm eine Gimpeltaube zu finden. Gimpeltaube gehäm. ca. 1880 Braunschweig So fing dann alles an! Per Mail holten wir uns eine Besuchserlaubnis um die Taubenpräparate zu sehen. Wir machten einen Ausflug nach Braunschweig. Am Besichtigungstag wurde uns im Magazin der Schrank mit vielen Taubenpräparaten geöffnet. Darunter waren fünf Gimpeltauben, die mich hauptsächlich interessierten. Die fünf Präparate waren ohne Jahrgang und Stifternamen. Im Gespräch mit der Präparatorin Frau Forthuber, erfuhren wir, dass Stifter zu damaliger Zeit den "Herzoglichen Braunschweiger Orden" erhielten, wenn sie Tiere ins Museum gaben. So konnte es durchaus sein, dass nicht die Klasse sondern die Rasse zu dieser Zeit maßgebend war. Nach den  Beschreibungen, die wir aus Berichten jener Zeit haben, schätze ich, drei dieser Gimpeltauben aus der Zeit um 1880 bis zur Jahrhundertwende. Bei einer Goldschwarzen aus dem Anfang des 20.Jahrhunderts sieht man schon eine farbliche Weiterentwicklung. Um die Farben der heutigen Zeit mit den alten Präparaten zu vergleichen, habe ich in diesem Frühjahr eine Kupferschwarzflügel-Täubin ins Museum nach Braunschweig gegeben. Auf der weiteren Suche in Naturhistorischen Museen in Europa, war der nächste und bisher beste Fund im Naturhistorischen Museum in Wien. Wir machten eine Reise nach Wien um dort die zwei Exemplare zu sehen. Sie stammen "Von Sr. Majestät Terrasse" aus der kaiserlichen Voliere Franz I (II) in der Hofburg in Wien und wurden als Schwarzflügel-Gimpeltaube "(Columba domestica pyrrhula" Wien 1817 sowie "Feuertaube" Wien 1810-12 abgegeben, schrieb mir der damalige Leiter der Vogelsammlung, Herr Dr. Bauernfeind. Gimpeltaube-Columba domestica Pyrrhula, Wien 1817                        Die Feuertaube wurde später im Museum umbenannt in "Spiegel- Gimpeltaube" (Spiegelgimpel nannte man bis zur Mitte des 20. Jahrhundert die Weißflügel mit Binden, weil sie die Spiegelzeichnung im Schwanz haben müssen.) Sie war zu der Zeit schon von erstaunlicher Qualität. Es war mir eine große Freude, die 200 Jahre alten Gimpeltauben gefunden zu haben. Feuertaube-Columba domestica ignitus, Wien 1810-1812 Ich war überrascht, dass in Österreich vor 200 Jahren schon Tauben mit der Bezeichnung "Gimpeltauben" ins Museum gegeben wurden. In Deutschland bezeichnete man die Rasse zu der Zeit teilweise noch mit verschiedenen anderen Namen. Das allererste Mal wurden sie in Deutschland von Gottlieb Neumeister 1837 in seinem Buch "Das Ganze der Taubenzucht" als Gimpeltauben beschrieben. Anfang des 19. Jahrhunderts waren es überwiegend Farbentauben die im Museum abgegeben wurden. Das Besondere an einem solchen Fund ist doch, dass wir als Farbentauben-Züchter die Federfarben in Natur sehen können, die man sich aus eventuellen Beschreibungen nur vorstellen kann. Im Jahr 2006 haben wir alle sechs Hauptfarbenschläge der Gimpeltauben aus heutiger Zeit von Züchtern aus ganz Deutschland zum Museum in Wien gegeben. Auch geben wir seit dieser Zeit alles Geschriebene über Gimpeltauben nach Wien. Unser gutes Verhältnis zum Museum ermöglichte uns, dass wir zu unserem 100-jährigen SV. Jubiläum 2010 in Jonsdorf die beiden 200 Jahre alten Gimpeltaubenbälge ausleihen konnten. Die weiteren Funde von Gimpeltauben waren Zufall. Wie erwähnt hatten wir die zwei alten Taubenbälge aus Wien zur Jubiläumsfeier nach Jonsdorf geholt. Dies ging über das Museum für Tierkunde "Senckenberg Naturhistorische Sammlung" Dresden. Da am Tag der Abholung die Präparate noch nicht eingetroffen waren, bot mir Herr Dr. Päckert an, einen Blick ins Magazin zu machen. Auch dort wurde ein Schrank geöffnet und drei Gimpeltauben waren zu sehen. Ein Schwarzflügel mit weißen Schwingen, ein Blutgimpel (Kupferblauflügel) mit blauem Flügeln und weiße Schwingen. Beide von unserem Gründungsmitglied des Sondervereins Jakob Ratzinger, Mühldorf/Inn von Ende des 19. Jahrhunderts. Dazu ein Goldgimpel, schwarzflügel ohne Namen aus der Zeit der DDR. Schwarzflügel Weißkopf im Museum für Tierkunde Dresden Der fertig restaurierte, historische Bamberger Vogelsaal wurde bei uns in der Bremer Tageszeitung beschrieben. Auf dem Weg zum Karfreitag-Treffen ins Taubenmuseum nach Nürnberg machten Prof. Dr. Axel Sell und ich einen Abstecher ins Naturkunde-Museum Bamberg. In dem wunderschönen Vogelsaal fanden wir dann auch wieder vier Haustauben. Darunter eine Gimpeltaube, beschrieben als "Haustaube Columba livia var. russica (Russische Taube). Die Stadt Archangelsk in Russland wurde in England als Herkunft benannt und immer wieder abgeschrieben, daher vielleicht der Name: "Russische Taube". Gimpel schwarzflügel-Naturkunde Museum Bamberg Wieder war es diesmal ein Hinweis, dass es eine Gimpeltaube im Zoologischen Forschungsmuseum König in Bonn gebe. Durch Dr. Oehm fand ich die Verbindung nach Bonn und ich bekam ein Foto der Gimpeltaube. So haben wir inzwischen in fünf Museen Gimpeltauben gefunden. Wir als Farbentaubenzüchter können heute anhand von Beschreibungen aus Zeitungsartikeln, Büchern und den ausgestopften Tauben die Entwicklung gut verfolgen. Goldgimpel-blauflügel seit 2010 im Museum Natur und Mensch,  Oldenburg Neuerdings sind auch im Landesmuseum "Natur und Mensch" in Oldenburg/Oldb. schon einige Gimpeltauben der Neuzeit. Die Sammlung wird noch vervollständigt. Wir sind heute bemüht, Tauben, die dem Standard sehr nahe kommen, ins Museum zu geben. Mein Eindruck ist jetzt, dass man früher besondere Züchtungen, wie weiße Schwingen und dergleichen gerne genommen hat und nicht so sehr auf die besten Farben achtete. H. Schröder *********************************************************************************** April 2017 Eine Veröffentlichung über unsere Gimpeltauben aus dem Jahre 1878 1878 – Ein jeder kann selbst nachrechnen wie alt dieser Artikel ist. Wie aktuell er noch ist kann ebenfalls ein jeder selbst einschätzen. Es wäre schlimm wenn sich die Gimpeltaube nicht weiterentwickelt hätte, bzw. weiterentwickelt wurde. Wir verwenden andere Bezeichnungen der Farbnuancen, wir haben das Blau aus der Grundfarbe weitestgehend verdrängt, der Gimpel ist nicht mehr selten.... Aber auch damals gab es schon „solche mit weißem Oberkopf“ und es gab sie „zuweilen als Seltenheit auch mit weißen Binden“. Es ist schön aus alten Zeilen zu erfahren das unsere jetzt gezüchteten Gimpeltauben schon damals attraktiv und beliebt waren. jw *********************************************************************************** April 2016 Unsere Gimpeltaubenrundschau - die 20. Ausgabe ist erschienen Eigenschaften: Interessant, fachorientiert, informativ, aktuell, nostalgisch, überregional, bunt, begehrt. Sinn und Zweck: Ein Spiegel in Papierform, der wiedergibt was im SV der Gimpeltaubenzüchter passiert. Soll die vergangene Zucht- und Ausstellungssaison durchleuchten und einen Ausblick geben was für die kommende Saison geplant ist. Soll eine Plattform sein für Vorstandschaft, Züchter, Preisrichter und Arbeitsgruppen um Aktivitäten, Erfolge, Berichte und das Vereinsleben darzustellen. Ziel: Allen Mitgliedern des SV Informationen in gebündelter Form nahe bringen und nach außen allen externen Rassegeflügelzüchtern und Interessierten den SV bestmöglich präsentieren. Entstehung: Unser Unvergessener und leider viel zu früh verstorbener Zuchtfreund Klaus Gebhard ist „Schuld“ daran das es die „Gimpeltauben-Rundschau“ gibt. Weshalb sie ins Leben gerufen wurde sagen seine Begrüßungsworte in der ersten, 1997 erschienen, Ausgabe am deutlichsten: „Liebe Gimpeltauben-Freunde Ich freue mich Ihnen nun endlich die „Gimpeltauben – Rundschau“ präsentieren zu können. Mit ihr wollen wir einen neuen Abschnitt einläuten, in dem die ganze Gemeinschaft näher zusammenrücken soll. Durch sie ist es möglich, Aktivitäten anderer Gruppen kennen zu lernen, sich in Wort und Bild an die große Gruppe Gleichgesinnter zu wenden, um Vorschläge, Berichte, Wünsche, und Tipps an den Mann zu bringen. Jedem soll ermöglicht werden sich an die Öffentlichkeit zu wenden, sich nach außen zu öffnen um so auf breiter Basis der Gimpeltaubenzucht zu mehr Transparenz, Ansehen und Erfolg zu verhelfen. Nebenbei sollte diese Broschüre auf Jahre gesehen ein Nachschlagewerk für jeden werden der sich um Fortschritt, Geschichte und Aktivitäten des SV der Gimpeltauben Gedanken macht oder kümmert. Bei allen, die durch Beiträge, Berichte und Ratschläge geholfen haben, diese 1. Ausgabe möglich zu machen möchte ich mich recht herzlich bedanken und hoffe, dass bis zur nächsten, die dann im zeitigen Frühjahr (Jan./Febr.) erscheinen soll, ebenso viele Mitarbeiter bereit sind bei der Gestaltung mitzuarbeiten. Allen Mitgliedern wünsche ich mit dieser „Gimpeltauben – Rundschau“ viel Freude, für die jetzige Brutzeit und die daran anschließende Ausstellungssaison viel Glück und Erfolg. Euer Klaus Gebhard“ Diese Worte sind heute noch genau so aktuell wie damals und lediglich durch kleine Anmerkungen zu ergänzen. Die erste Ausgabe umfasste 44 Seiten mit einem farbigen Titelblatt und drei Bildern in schwarz/weiß, so wie auch der gesamte weitere Inhalt schwarz/weiß damals gehalten war. Aber der Anfang war gemacht. Sie / Ihr halten/et die zwanzigste Ausgabe in den Händen. Was ist aus der Rundschau geworden? Ohne zu übertreiben aber auch nicht tiefzustapeln ist sie genau das geblieben was sie war. Oder sollte man sagen sie kommt in etwa an das gewollte Ziel, sprich den Sinn und Zweck, heran?! Unsere Rundschau ist runder geworden, dicker - soll heißen nicht nur mehr Seiten sondern auch mehr Inhalt. Sie ist auf jeden Fall fachlich wertvoller geworden und was die Vereinstätigkeit angeht vollständiger da z. B. alle Arbeitsgruppen ihre Aktivitäten dokumentieren. Die Rundschau ist bunter geworden. Dies betrifft nicht nur die farbliche Gestaltung, derzeitig sind 40 Seiten von 72 vierfarbig. Aber auch bunter vom Inhalt. Artikel aus der Geschichte des SV oder über gesundheitliche Aspekte unserer Tauben haben ebenso ihren Platz darin wie fachliche Themen, Auswertung der jährlichen HSS und dem geselligen Beisammensein zu unseren Sommertreffen. Ist sie das Sprachrohr des SV? Dazu ist sie zu leise. Sie wird in aller Ruhe erstellt und liegt dann irgendwann im zeitigen Frühjahr bei jedem Züchter des SV im Briefkasten. Der