Der Zuchtwart hat das Wort !

Aktuell und auf die jeweiligen Farbenschläge eingehend, gibt unser Zuchtwart Marnicq Demeur jährlich Bericht  zum aktuellen Zuchtstand.
Hinweise die den Züchtern bei der Auswahl der Zuchttiere hilfreich sein sollen werden nachfolgend gegeben.
===============================================================



Der Zuchtwart informiert:


Empfehlungen für den eingesetzten Preisrichter bei den Gimpeltauben im Goldenen Siegerringwettbewerb 2026

Auf der letzten Jahreshauptversammlung hat der Zuchtwart diese Empfehlungen allen anwesenden Mitgliedern vorgestellt und sie nach interaktiven Rückmeldungen präzisiert. Bei der VDT-Schau in Leipzig hat er sie anschließend mit den dort anwesenden Preisrichtern besprochen. Nun sind diese Empfehlungen hier noch einmal zusammengefasst.


Es ist vorgesehen, dass alle Arbeitsgruppen sie bis Ende September nochmals mit ihren Mitgliedern durchgehen, damit Marnicq Demeur die finale (und gegebenenfalls noch leicht angepasste) Version anschließend per E-Mail an die ausgewählten Preisrichter weiterleiten kann. „Die Obmänner der Arbeitsgruppen übermitteln dem Zuchtwart (marnicq.demeur@telenet.be) ihre eventuellen Rückmeldungen spätestens bis zum 30. September 2026.“


Unser Rassestandard ist dazu die Grundlage und auch klar definiert. Bewertung:
Gesamteindruck - Kupfer bzw. Gold - andere Gefiederfarben - Form - Spitzkappe - Augenfarbe -Schnabelforbe. Richtlinien für Bewertung: Von primärer Bedeutung ist eine gleichmäßige, glanzreiche Kupfer- bzw. Goldforbe von Kopf bis einschl. Keil. Ob etwas heller oder dunkler ist nicht wesentlich. Je breiter der Glanzsaum der Federn, desto wertvoller ist das Tier. Für eine höhere Bewerfung müssen weiterhin die Teile der Taube, die zuerst ins Auge fallen, fehlerfrei sein. GroßerWert ist dabei auf den käfergrünen Lacksaum auf Rücken und Decken zu legen, je breiter desto besser. Leichte Abweichungen in der Schnabelfarbe schließen von der höchsten Bewertung nicht aus.
(Quelle: Auszug aus dem Rassetaubenstandard)


Dennoch möchten wir folgendes besonders betonen.
„In der Reihenfolge der Wichtigkeit steht die Farbe (zuerst Grundfarbe, dann Deckenfarbe) vor dem Typ oder der Form. Die Gimpeltaube ist die einzige Rassetaube, bei der die Farbe gegenüber dem Typ Vorrang hat.”

Die Bewertung der Täubinnen erfordert dabei besonderes Fingerspitzengefühl. Dies wird seit vielen Jahren auch entsprechend in der Standardbeschreibung bei der Spezifikation der Deckfarbe erwähnt:
‘Bei Täubinnen wird etwas Rost in der Bindengegend und Unterrücken toleriert’ (Schwarzflügel), ‘Bei Täubinnen wird etwas grauer oder beigefarbener Rücken toleriert’ (Weissflügel), ‘Leicht wolkige Schildfarbe bei Täubinnen ist zu tolerieren’ (Blauflügel).














lt. Standard wird bei einer 0,1 Kupfer Schwarzflügel dieser Bindenrost toleriert

Das ist keine Spitzkappe


Die Spitzkappe. Musterbeschreibung: ‘Die Spitzkappe soll vom Hinterhals bis zur Spitze einen scharfen Kamm bilden. Die Federn müssen an beiden Hinterhalsseiten scharf und in horizontaler Richtung im Nacken zusammenschließen’.
Wir wollen keine Kappen-Preisrichter. Gimpel sind echte Farbentauben, aber keine Schweizer Farbentauben. Auch keine Strukturtauben. Das bedeutet nicht, dass Kappen, die nur aus einigen nach oben wachsenden Federn bestehen, Kappen mit einer Rosette, fast Muschelhauben oder Kappen, die sehr locker im Hals sitzen, akzeptiert werden sollen. Das ist keinesfalls der Fall. Wenn nötig, muss die Spitzkappe angesprochen und gegebenenfalls auch bestraft werden.
Flügelbinden und Hämmerung. Bei den Blauflügeln wünschen wir intensive, gleichmäßig verteilte Binden und Hämmerung. Es geht bei den Blauflügeln jedoch nicht um Brieftaubenblau. Auch die sehr erwünschte Anwesenheit von Schmalzkielen, die für den Glanz in Kupfer und Gold verantwortlich sind, hat einen nicht zu unterschätzenden Einfluss. Deshalb kann die Zeichnung niemals so gleichmäßig und regelmäßig sein wie bei einer Brieftaube. Bei den Weißflügeln wird die hier notwendige Anwesenheit von Schmalzkielen ebenfalls Einfluss auf die Flügelbinden haben. Wirklich gleichmäßig verlaufende Binden sind dadurch nicht so leicht zu züchten. Eine tiefe Durchfärbung hingegen ist jedoch notwendig.
Der Preisrichter sollte dies bei seiner Bewertung berücksichtigen.





schlechte Binde 











                                gute Binde


ebenfalls mit guter Binde diese Gold Blauflügel mit schwarzer Binde


                  gute Spitzkappe, muss allerdings noch etwas hergerichtet werden


Die Spitzkappe lässt sich evtl. noch putzen, allerdings ist das Halsgefieder schon recht locker.
Gefiederqualität. Nur weiche Deckfedern sorgen für eine tiefe Durchfärbung und Glanz (feuriges Kupfer, leuchtendes Gold). Gleichzeitig wünschen wir ein glatt anliegendes Federkleid. Bei den Goldschwarzflügeln und Goldblauflügeln ist dies schwieriger und eine besondere Herausforderung. Haarige Federn treten leicht auf im Keil (Grundfarbe) und Decken (Bindengegend). Daher ist Fingerspitzengefühl bei der Bewertung erforderlich. Wenn das Problem zu deutlich auftritt, muss es angesprochen werden. – Eine deutlich lose Nackenbefiederung beeinträchtigt das Erscheinungsbild und muss angesprochen werden. Ob dies auf erblichen Faktoren oder auf vorher schlechte Pflege zurückzuführen ist, spielt hierbei keine Rolle.
Schwanzfederlage. Eine Gimpeltaube ist einer ganz normale Farbentaube etwas schlanker und eleganter wie eine Feldtaube. Das bedeutet, dass der Schwanz schön geschlossen in Verlängerung der Rückenlinie getragen werden soll. Wir müssen hier dauerhaft darauf achten. Dachschwänze, sogenannte Trichterschwänze, und falsch aufgebaute Schwänze kommen vor und sind nicht erwünscht.
Augenfarbe. In der Vergangenheit war die eher braune Augenfarbe bei Kupferschwarz und Kupferblau oder eine zu blasse Augenfarbe (Neigung zum Perlauge) bei Goldweiß problematisch. Ein Gimpeltaubenauge sollte orangefarben sein. Die Weißköpfe bilden hier eine Ausnahme.
Augenrand- und Schnabelfarbe sind von keiner Bedeutung. Darüber muss nichts auf der Bewertungskarte vermerkt werden.


Marnicq Demeur, Zuchtwart SV Gimpeltauben, Februar 2026